Entmenschlichung als Strategie gegen die AFD?

Die SPD gehört derzeit zu den Profiteuren des US-Präsidentschaftswahl. Mehrere Hundert Parteibücher sollen bereits neu ausgestellt worden sein.

Die PR-Abteilung des Willy Brandt Hauses hat nach dem Wahlsieg Trumps schnell reagiert und noch vor den Grünen und den Linken mit der Kampagne #gegenhalten den Startschuss gesetzt. Hut ab!

Nun will die Partei das Momentum weiter nutzen und hat ein Meme erstellt, das einiges über den Umgang mit der AFD aussagt.

Mit dem Slogan „Phantastische Tierwesen“ überschrieben, wird die AFD-Politikerin von Storch in Dracula-ähnlicher Manier dargestellt.“Ist doch nur ein Bild“, kann man sagen und das Meme getrost teilen. Doch die Gefahr ist groß, dass eine solche Auseinandersetzung mit den deutschen Möchtegern-Trumps eher langfristig schadet als nützt.

Erstens handelt es sich bei den AFD-Vertretern gewiss nicht um “ phantastisches Tierwesen“. Die Erfolge der AFD sind real. Analysten der US-Wahl äußerten in den letzten Tagen, dass die Dämonisierung Trumps mittels „lustiger“ Memes zwar die eigene Filterblase anfeuerte, letztlich aber die Kampagne des President-elect nur stärker machte.

Man stelle sich zudem den Aufschrei an der Basis vor, wenn die AFD demnächst eine Andrea Nahles in ähnlicher Manier karikiert. Zurecht würde man den Rechtspopulisten Entmenschlichung vorwerfen. Man sollte der AFD Stilfragen nicht nacheifern, sondern sie inhaltlich (dazu kann auch eine gute Portion Polemik und Provokation gehören) bekämpfen.

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